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Wie war’s beim Bureau Baubotanik?

Lesezeit: 2 Minuten

Zum Klettern für Mensch und Pflanze, Foto: Bureau Baubotanik

Das Theater Rampe hat sie in den Spielplan aufgenommen: Die Produktion „Habitat“ des Bureaus Baubotanik ist ein begehbares Work-in-progress, das nun bei den Wagenhallen zu erleben war. Ute Harbusch war vor Ort und hat Petra Heinze davon erzählt.

Petra Heinze: Liebe Ute, das Bureau Baubotanik hat zu einem Experiment im Freien vor dem Kunstverein Wagenhalle eingeladen. Man solle den Ort auf einer akustischen Ebene erfahren. Was dürfen wir uns darunter vorstellen?

Ute Harbusch: Ich weiß nicht, ob es ein Experiment war, eine Performance, ein Coaching, ein Seminar oder eine Outdoor-Aktion? Laut Programmzettel war es das „erste öffentliche Testspiel“ für eine Installation, die aus einem begeh- und bekletterbaren Gestell aus Stahlträgern und elektronischen Schallquellen besteht. Bald werden noch 24 Bäume dazu gepflanzt, die im Lauf der Zeit mit dem Stahlgestell verwachsen sollen. Wir waren etwa zehn Besucher:innen und nahmen zwei Stunden lang unter Anleitung an verschiedenen Hörübungen teil, über die wir uns immer wieder in der Runde austauschten. Freundlicherweise wurden wir dabei mit Feuer und Tee gewärmt. Im Mai, wenn die Temperaturen angenehmer und die Bäume ein Stück gewachsen sein werden, soll die eigentliche Uraufführung stattfinden.

Petra Heinze: Also wart ihr die Betatester:innen. Worum ging es denn bei den Hörübungen?

Ute Harbusch: Um Klang und um Zeit, also um Musik. Wir haben unsere Ohren für die Wahrnehmung der Umweltgeräusche geschärft; ist es ein Wunder, dass der Mensch, namentlich das Auto, dabei am lautesten war? Aber ein Vogelkrächzen und Windesrauschen spielten auch mit herein. Wir konnten akustische Signale bei unserer Bewegung im Gelände wahrnehmen, wir hörten aus Lautsprechern und über Kopfhörer Umweltgeräusche von früher und aus der Zukunft, und in Gewänder aus Knisterfolie gehüllt, deren Geräusche verstärkt wurden, wurden wir selbst zu Schallquellen. Angeleitet wurden wir dabei vom Musikwissenschaftler Jonas Spieker, die Klangregie stammte von Max Kulmann.

Petra Heinze: Das klingt ja ein wenig beliebig. Im Programmheft lese ich, es ginge um die Koexistenz von Pflanze, Tier und Mensch?

Ute Harbusch: Als ich einem Freund davon erzählte, meinte er, genau darum gehe es in seinem Garten auch. Mir wurde in der Tat nicht klar, ob es ein ökologisches, musikalisches, gesellschaftliches oder sonstwie geartetes Experiment war. Vom Ablauf her entstand auch keine Steigerung oder Verdichtung, weder auf sinnlicher noch auf kognitiver Ebene. Das mag aber auch der unwirtlichen Witterung geschuldet gewesen sein, die die geplante Dramaturgie zum Ende hin verkürzt hat. Interessant fand ich die Information, die wir mitbekamen: Das „Habitat“ grenzt direkt an den künftigen Interimsbau der Oper Stuttgart, in dessen Baulärm und Nachbarschaft es sich behaupten müssen wird.

Petra Heinze: Daraus, dass Du nach Worten ringst, schließe ich, dass das noch eine zähe Sache war. Was würdest Du der Produktion zur Uraufführung wünschen?

Ute Harbusch: Ein ebenso aktives, aufgeschlossenes Publikum wie gestern. Mehr Erlebnis, weniger Gerede. Dass die Bäume gut anwachsen und die Natur in Gestalt von Pflanze und Tier deutlicher in Erscheinung treten kann. Sicher wird im wunderschönen Monat Mai alles noch einmal ganz anders tönen als im traurigen Monat Dezember.

http://www.bureau-baubotanik.de


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