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Wie war’s beim Lunchkonzert in der Oper?

Lesezeit: 2 Minuten

Ulrike Below und Martin Maier musizieren mitten im Publikum, Foto: Redaktion

Vor gut fünf Jahren begann die Staatsoper Stuttgart, zum halbstündigen Lunchkonzert mit Mitgliedern des Staatsorchesters in ihr Oberes Foyer einzuladen. Ursprünglich als Appetithappen zu den Konzertreihen des Staatsorchesters gedacht, wurde das Format selbst ein Publikumsrenner. Ute Harbusch und Petra Heinze wollten wissen, warum.

Petra Heinze: Liebe Ute, beim Hineinkommen fiel auf, dass die Veranstaltung überaus gut besucht war. Wie kam dir das Publikum vor?

Ute Harbusch: Es war bunt gemischt: Klassische Konzertgänger im Rentenalter, Berufstätige, die zum Teil vor dem Einlass noch am Vesper vom Bäcker kauten, eine Mutter mit Kind, eine Jugendgruppe und eine Gruppe von Rollstuhlfahrerinnen mit Begleitung.  Das Publikum saß und stand auf derselben Ebene wie die Musikerinnen. Das teilte sich spürbar mit und bestimmte den Charakter des ganzen Konzerts: kein Podium, kein Graben, kein Ritus.

Petra Heinze: Wie nahmst du den Ablauf wahr?

Ute Harbusch: Nachdem klar war, wer sitzen und wer stehen würde, erklang eine zweistimmige Fanfare durch die leicht geöffnete Mitteltür. Das war schon der Beginn des offiziellen Programms. Die Oboistin Ulrike Below und der Trompeter Martin Maier traten auf, spielten den nächsten Satz, begrüßten die Pianistin Rita Kaufmann. Zwischen der Musik erzählten alle drei Musikerinnen von ihrem Alltag in Orchestergraben und Probenraum und vom Zustandekommen des heutigen Programms. Man erfuhr auch Details aus der Musikgeschichte: Die barocke Tafelmusik war offenbar eine Art Vorläufer des Lunchkonzerts, nur dass damals zur Musik wirklich auch gegessen wurde.

Petra Heinze: Wenn ich es richtig verstand, hatten die Musikerinnen das Programm selbst ausgesucht. Wie hat es dir gefallen?

Ute Harbusch:  Ich fand sowohl die Auswahl wie das ganze mittägliche Konzert ungemein erfrischend. Bläserduette des 20. Jahrhunderts wurden kontrastiert mit barocken Concerti. Diese Gegenüberstellung hat einen weiten Assoziationsraum eröffnet, mir kamen ganz allgemeine Gedanken über das Phänomen Musik und das Ereignis Konzert. Dadurch, dass Musik auf Augenhöhe und außerhalb des bürgerlich-sakralen Rahmens erklang, ging es mich viel direkter an. Abgesehen davon klangen die Oboe und die Trompete im Miteinander wie im Wechsel ganz bezaubernd.

Petra Heinze: Hat dir etwas gefehlt bei diesem ungewöhnlichen Format?

Ute Harbusch:  Gefehlt hat mir in der Tat der Lunch. Weil ich mir leider kein Vesper vom Bäcker besorgt hatte, knurrte mir schon vor Beginn der Magen.

Die nächsten Lunchkonzerte finden am 9. März, 21. April und 23. Juni statt.


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