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Harbuschs Tipps des Monats

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Ute Harbuschs Veranstaltungstipps für Februar ermuntern uns, über die Rolle der Musik in politischen und sozialen Zusammenhängen nachzudenken. Kann das Komponieren, Zusammenstellen und nicht zuletzt das (singende) Aufführen von Musik die Welt verändern oder sie sogar verbessern?

Die Zukunft kann Angst machen. Aber sie schlecht zu reden, wie extreme Parteien das tun, lähmt. „Hear It Coming“ lautet das Motto des diesjährigen Festivals Eclat von Musik der Jahrhunderte im Theaterhaus. Fünf Tage lang widmet es sich Neuer Musik, deren künstlerische Anliegen ausdrücklich zukunftszugewandt sind. Erwartet werden unter anderem die Ensembles C Barré, Recherche, LUX:NM und Ascolta mit Werken von Francesca Verunelli, Oxana Omelchuk und Malin Bång. Zum Abschluss erhalten Ying Wang, Elnaz Seyedi und Georgia Koumará den 70. Kompositionspreis der Landeshauptstadt Stuttgart.

Als „vielleicht gewichtigstes Projekt im Festival“ bezeichnen die Festival-Macher:innen das Triptychon „Balkan Affairs“ mit den Neuen Vocalsolisten (Bild oben) am 7. Februar. Sieben junge Komponist:innen aus Ex-Jugoslawien blicken aus unterschiedlichen Perspektiven auf die gemeinsame Vergangenheit des Balkan-Krieges und schöpfen genau daraus ihren Optimismus für die Zukunft.

Es war das 22. Konzert der BBC Proms im Sommer 2017. Zu Monteverdis 450. Geburtstag zauberte Raphaël Pichons Originalklang-Ensemble Pygmalion die Marienvesper in die Weiten der Royal Albert Hall. Das zeitlos anmutende Wechselspiel himmlischer Klänge der Sänger:innen und Musiker:innen schlug das Auditorium in ihren Bann, allen voran mich, die ich das Werk bis dahin noch nie live gehört hatte. Und dann gleich so! Inoubliable, for sure!

Raphael Pichon (Foto: Fred Mortagne)

Raphaël Pichon und sein Ensemble Pygmalion sind bekannt für originelle Programme. Sie treten im Ludwigsburger Forum am Schlosspark auf.

Am 8. Februar um 18 Uhr sind die Klangforscher aus Frankreich, bekannt für ihre originellen Programmzusammenstellungen, zu Gast im Forum am Schlosspark. Unter dem Motto „Welt, gute Nacht“ erklingt Musik von Buxtehude, Bruhns, Erlebach und der Bach-Familie. Es wird sicher wieder schmerzlich-schön.

Als in den 1980er Jahren Musik aus dem Baltikum in die Konzertsäle Westeuropas gelangte, horchte die Musikwelt auf. Inzwischen sind Estland, Lettland und Litauen zu selbstverständlichen Nachbarn geworden.

Vykintas Baltakas hat das litauische LENsemble gegründet, das am 13. Februar nach Bad Cannstatt kommt.

Von dort kommt nicht nur Arvo Pärt. Das LENsemble (Lithuanian Ensemble Network) hat sich der Verbreitung und Entwicklung Neuer Musik im baltischen Raum verschrieben. Am 13. Februar um 20 Uhr ist das Ensemble bei Musik am 13. in der Stadtkirche Bad Cannstatt zu erleben. Sein Gründer und Spiritus rector Vykintas Baltakas stellt neue geistliche Kammermusik für Streicher, Orgel, Keyboard und Elektronik vor, komponiert von ihm selbst, von Rihards Dubra und Rolands Kronlaks aus Lettland und Thomas Hummel aus Deutschland. Dazwischen lässt sich Jörg-Hannes Hahn an der Orgel hören. Der Eintritt ist frei.

Vor mehr als zwanzig Jahren schon kam der Musikfilm „Wie im Himmel“ von Kay Pollak in die Kinos, und nein, ich habe ihn immer noch nicht gesehen, obwohl ich erklärte Chorfreundin bin. Aber jetzt: Das Theater der Altstadt setzt seine Zusammenarbeit mit der Evangelischen Kirchengemeinde Stuttgart-West fort und bringt die Bühnenfassung des Films in die Johanneskirche am Feuersee.

Bis 22. Februar ist jeweils donnerstags bis sonntags die Geschichte über den Laienchor eines schwedischen Dorfes zu sehen, das durch die Kraft der Musik in seelischen Aufruhr gerät. Regie führt Annalena Maas, die musikalische Leitung hat Georg Ammon. Die Akteur:innen sind neben den Profis vom Theater der Altstadt Chorsingende aus den umliegenden Kirchengemeinden.

Fotos: Neue Vocalsolisten – Martin Sigmund, Vykintas Baltakas – Joana Suslavičiūtė, Raphaël Pichon – Fred Mortagne, „Wie im Himmel“ – Dominik Rau


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