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Cornelius Meister (Foto: Matthias Baus)

Cornelius Meister sagt Servus mit Mahler

Lesezeit: 3 Minuten

Mach zum Abschied drei Konzerte: Cornelius Meister beendet seine Zeit als GMD der Stuttgarter Oper mit drei Programmen innerhalb einer Woche. Der Dirigent komplettiert damit auch seinen Zyklus mit Sinfonien von Gustav Mahler. Jürgen Hartmann hat ihn dazu befragt.

Jürgen Hartmann: Herr Meister, Sie haben Ihre erste Mahler-Sinfonie 2009 dirigiert und auch in Ihrem ersten Konzert als GMD in Stuttgart stand Mahler auf dem Programm. Viel früher sprach die Musikwelt von einer Mahler-Renaissance. Ist er heute sozusagen Standard?

Cornelius Meister: Ich glaube, der Zugang zu Mahler verändert sich kontinuierlich. Die Art, wie die Orchester seine Sinfonien spielen, hat sich gerade in den letzten 20 Jahren nochmals weiterentwickelt, nachdem Claudio Abbado in Luzern neue Maßstäbe gesetzt hatte. Orchester im Ausland sind aber noch heute manchmal irritiert von ungewohnten Anweisungen in seinen Sinfonien, wenn sie beispielsweise ihre Instrumente anders als üblich halten oder gar aufstehen sollen.

Der Einzelne in der Welt

Jürgen Hartmann: Wie hat sich Ihr eigener Blick auf den Komponisten verändert?

Cornelius Meister: Mich haben die acht Jahre in Wien beim dortigen ORF Radio-Symphonieorchester geprägt. Mahler ist die Gleichzeitigkeit von ganz persönlichen Erfahrungen, intimen Momenten einerseits und größten, kosmischen Dimensionen andererseits. Es geht um den Einzelnen im Zusammenklang mit der Welt. Noch Romantiker, war er ein entscheidender Wegbereiter der Moderne. Das fasziniert mich. Gleichzeitig bleibe ich stets auf der Suche, und auch wenn ich alle seine Sinfonien schon vor meiner Stuttgarter Zeit dirigiert hatte, habe ich immer neue Aspekte entdeckt und das mit Freude.


Schaut gut gelaunt auf seine Stuttgarter Zeit zurück: Cornelius Meister beim Spiel mit dem Schlussvorhang


Jürgen Hartmann: Sie schließen Ihren Mahler-Zyklus in Stuttgart mit drei Konzerten innerhalb einer Woche ab. Normalerweise gibt es ein Sinfoniekonzert zwei Mal mit identischem Programm. Wie ist das überhaupt zu bewältigen?

Cornelius Meister: Da bin ich schon stolz auf das Staatsorchester, das so etwas nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen seiner enormen Leistungsfähigkeit hervorbringen kann. Vielleicht ist ein Orchester, das in der Oper den Umgang mit dem Repertoire gewohnt ist, also mit unterschiedlichster Musik in kurzer Folge, besonders gut auf so etwas vorbereitet. Natürlich war alles langfristig geplant, schon vor etwa zwei Jahren. Nun wollen wir dem Publikum die Möglichkeit geben, innerhalb einer Woche die erste und die letzte Mahler-Sinfonie zu erleben und dazwischen mit der Sechsten ein Werk der mittleren Schaffensphase. Dazu kommen Werke von Haydn und Zemlinsky, und in dessen „Psalm 23“ wirkt auch der Staatsopernchor mit. Das war mir sehr wichtig. Für alle Beteiligten und das Publikum wird es sicherlich ein außergewöhnliches Erlebnis werden.

Morgens immer fröhlich aufgestanden

Jürgen Hartmann: Sie verabschieden sich mit diesen Konzerten auch von der Stuttgarter Oper. Gustav Mahler hat seine Zeit an der Wiener Staatsoper, sagen wir es behutsam, nicht durchweg gutgetan. Welche Bilanz ziehen Sie?



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