Eine vergessene Oper, die in einer Kirche wieder aufblüht, eine kultige Trash-Horror-Show und ein Filmfestival zum Thema Demokratie empfiehlt uns Petra Heinze im schönen Monat Juni.
Musik am 13. führt am 7. Juni konzertant die Oper „Dornröschen“ auf
Im Zentrum der Stuttgarter Edition Nordstern stehen die Werke des zu Lebzeiten höchst gefragten Komponisten Joachim Raff. Nordstein-Verleger Volker Tosta hat nun Raffs handschriftlich überlieferte Partitur der vergessenen Märchenoper „Dornröschen“ ediert und in die Hände des Dirigenten Jörg-Hannes Hahn gelegt. Der küsst nun mit dem Bachchor Stuttgart und der Württembergischen Philharmonie Reutlingen das 1856 mit lebenden Bildern im Weimarer Hoftheater nur einmal aufgeführte Werk in der Lutherkirche Bad Cannstatt wach.
„Die Oper ist schönste Romantik, sie ist wirklich zauberhaft instrumentiert“, schwärmt Hahn. „Neben Vokalsolisten hat unser Chor hier eine besondere Aufgabe: Es gibt einen Chor der Elfen, der Mädchen, der Küfer, der Jäger, der Frauen und Männer und natürlich auch Sätze für gemischten Chor.“ Die Rolle des Dornröschens bekleidet Katinka Bohse Meyer (Bild). In weiteren Rollen sind Linda Bennett, Lars Tappert, Gustav Wenzel Most, Matthias Lika und Lukas Krimmel zu erleben.“
Die Schatten-Trash-Horror-Story „Plan B“ am 13. und 14. Juni im FITZ

Eine gigantische Bedrohung versetzt eine Stadt in Angst und Schrecken. In einem Laboratorium werkelt ein zwielichtiger Wissenschaftler. Farben, Schatten, Nebel und unheimliche Geräusche begleiten sein Tüfteln. Was geht hier vor sich? Ist die Rettung nahe oder sind wir alle verdammt?
Inspiriert von Monster-Trash-Filmen der 50er und 60er Jahre parodiert „Plan B“ mit Fantasie, Frechheit und großer Spiellust die Multimilliarden-Dollar-Special-Effect-Industrie. Dazu bedient sich das Trio Anne Brüssau, Emilien Truche und Tobias Tönjes selbst aufgenommener Sounds und zweckentfremdeter Alltagsgegenstände. Ein Stück für Menschen ab 10 über das, was Theater ausmacht.
Das Festival Dokville am 18. und 19. Juni mit „Demokratie unter Druck“

Das Festival Dokville beschäftigt sich dieses Jahr im Hospitalhof mit dem Zustand der Demokratie. Das vom Haus des Dokumentarfilms veranstaltete Festival will das Thema in Vorträgen und Diskussionsforen erhellen. Zahlreiche Filmschaffende werden ihre Filme in Case Studies vorstellen. Als Special Guest hat Wim Wenders zugesagt.
Das Eröffnungspanel behandelt das Thema Demokratie im internationalen Kontext. Es diskutieren Düzen Tekkal (Journalistin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin), Katharina Willinger (Leiterin ARD Studio Istanbul/ Büro Teheran), Nathalie Wappler (Medienmanagerin, Vorsitzende Medienrat), Stephan Lamby (Journalist, Autor und Produzent) und Paul Ronzheimer (stellv. Chefredakteur BILD).
Zudem werden auf dem Branchentreff u. a. der Die Prinzen-Musiker und Frontmann Sebastian Krumbiegel, Tübingens OB Boris Palmer, die Ko-Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament Terry Reintke, der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Kommission und Ministerpräsident BW a. D. Günther Oettinger sowie die Integrationsbeauftragte Berlin-Neukölln Güner Yasemin Balcı diskutieren.
Fotos: Simon-David Tchan, Clarissa Kassai, Erika Wittlieb/pixabay


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