Die Online-Kulturzeitung für Stuttgart und Umgebung


Heinzes Tipps des Monats

Lesezeit: 2 Minuten

Eine vergessene Oper, die in einer Kirche wieder aufblüht, eine kultige Trash-Horror-Show und ein Filmfestival zum Thema Demokratie empfiehlt uns Petra Heinze im schönen Monat Juni.

Im Zentrum der Stuttgarter Edition Nordstern stehen die Werke des zu Lebzeiten höchst gefragten Komponisten Joachim Raff. Nordstein-Verleger Volker Tosta hat nun Raffs handschriftlich überlieferte Partitur der vergessenen Märchenoper „Dornröschen“ ediert und in die Hände des Dirigenten Jörg-Hannes Hahn gelegt. Der küsst nun mit dem Bachchor Stuttgart und der Württembergischen Philharmonie Reutlingen das 1856 mit lebenden Bildern im Weimarer Hoftheater nur einmal aufgeführte Werk in der Lutherkirche Bad Cannstatt wach.

„Die Oper ist schönste Romantik, sie ist wirklich zauberhaft instrumentiert“, schwärmt Hahn. „Neben Vokalsolisten hat unser Chor hier eine besondere Aufgabe: Es gibt einen Chor der Elfen, der Mädchen, der Küfer, der Jäger, der Frauen und Männer und natürlich auch Sätze für gemischten Chor.“ Die Rolle des Dornröschens bekleidet Katinka Bohse Meyer (Bild). In weiteren Rollen sind Linda Bennett, Lars Tappert, Gustav Wenzel Most, Matthias Lika und Lukas Krimmel zu erleben.

Die Schatten-Trash-Horror-Story „Plan B“ am 13. und 14. Juni im FITZ

Eine gigantische Bedrohung versetzt eine Stadt in Angst und Schrecken. In einem Laboratorium werkelt ein zwielichtiger Wissenschaftler. Farben, Schatten, Nebel und unheimliche Geräusche begleiten sein Tüfteln. Was geht hier vor sich? Ist die Rettung nahe oder sind wir alle verdammt?

Inspiriert von Monster-Trash-Filmen der 50er und 60er Jahre parodiert „Plan B“ mit Fantasie, Frechheit und großer Spiellust die Multimilliarden-Dollar-Special-Effect-Industrie. Dazu bedient sich das Trio Anne Brüssau, Emilien Truche und Tobias Tönjes selbst aufgenommener Sounds und zweckentfremdeter Alltagsgegenstände. Ein Stück für Menschen ab 10 über das, was Theater ausmacht.

Das Festival Dokville am 18. und 19. Juni mit „Demokratie unter Druck“

Das Festival Dokville beschäftigt sich dieses Jahr im Hospitalhof mit dem Zustand der Demokratie. Das vom Haus des Dokumentarfilms veranstaltete Festival will das Thema in Vorträgen und Diskussionsforen erhellen. Zahlreiche Filmschaffende werden ihre Filme in Case Studies vorstellen. Als Special Guest hat Wim Wenders zugesagt.

Das Eröffnungspanel behandelt das Thema Demokratie im internationalen Kontext. Es diskutieren Düzen Tekkal (Journalistin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin), Katharina Willinger (Leiterin ARD Studio Istanbul/ Büro Teheran), Nathalie Wappler (Medienmanagerin, Vorsitzende Medienrat), Stephan Lamby (Journalist, Autor und Produzent) und Paul Ronzheimer (stellv. Chefredakteur Bild).

Zudem werden auf dem Branchentreff u. a. der Die Prinzen-Musiker und Frontmann Sebastian Krumbiegel, Tübingens OB Boris Palmer, die Ko-Fraktionsvorsitzende der Grünen/EFA im Europäischen Parlament Terry Reintke, der ehemalige Vizepräsident der Europäischen Kommission und Ministerpräsident BW a. D. Günther Oettinger sowie die Integrationsbeauftragte Berlin-Neukölln Güner Yasemin Balcı diskutieren.

Fotos: Simon-David Tchan, Clarissa Kassai, Erika Wittlieb/pixabay


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert


Aktuelle Beiträge

  • Erstaunlich: Internationaler Wettbewerb für Liedkunst Stuttgart
    Mit dem Preisträgerkonzert ging der 15. Liedwettbewerb der Hugo-Wolf-Akademie (IHWA) zu Ende. Jürgen Hartmann berichtet über Programm, Niveau und darüber, dass die Jury zwar alle Finalisten bedachte, aber den zweiten Preis ausließ.
  • Joosten Ellée bleibt beim Podium Esslingen
    Der Geiger und Dramaturg Joosten Ellée ist seit 2021 Künstlerischer Leiter beim Podium Esslingen und bleibt entgegen früheren Ankündigungen weitere drei Jahre auf seinem Posten. Über die Gründe dafür und die Perspektiven für das 2009 gegründete Kammermusikfestival sprach er mit Jürgen Hartmann.
  • Dialoge (4): Lasst die Laien zu!
    Dieser Text unseres Beiratsmitglieds Matthias Koerber gab uns den Anstoß, über das Verhältnis von Publikum und Kulturschaffenden nachzudenken und unsere sommerlichen Texte dem Thema „Dialoge“ zu widmen. Matthias legt das Thema unter das Brennglas persönlicher Erlebnisse.
  • Dialoge (3): Wenn das Publikum zur Feder greifen soll
    Ute Harbusch stellt verschiedene Initiativen von Kulturmacher:innen vor, ihr Publikum zum Schreiben zu bringen. Zwar ist es eine schöne Möglichkeit, das zuvor Gehörte und Gesehene zu verarbeiten und gleichzeitig zu verbreiten, birgt aber auch manchen Schrecken.
  • Sommerabend im Burghof: 150 Freiluftbühnen in Deutschland
    Neben „Götz von Berlichingen“ und „Jedermann“ spielen die zahlreichen Freilufttheater im Land vor allem Musicals. Das Publikum kommt reichlich, berichtet Angela Reinhardt und denkt über die Zugkraft von Klassikern und den Mut zum Schrillen nach.